Gengenbach rüstet sich für veränderte klimatische Bedingungen

Gengenbach will sich besser gegen Hitze, Trockenheit und Extremwetter wappnen: Maßnahmen für Kitas, Schulen, Schwammstadt und Krisenmanagement sind geplant.

Von Redaktion Gengenbach3 Min. Lesezeit

Die Stadt Gengenbach will sich angesichts zunehmender Hitze, Trockenperioden und Extremwetterereignisse besser auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen. Die Stadtverwaltung kündigt dazu mehrere Maßnahmen und Weiterentwicklungen bestehender Planungen an.

Schutz vor Hitze in Kitas und Schulen

Ein Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben der Stadt sind inzwischen alle städtischen Kindertageseinrichtungen mit Klimageräten ausgestattet. Weitere Schritte sollen folgen, im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Verschattung der Gebäude. Sie soll helfen, Räume während der heißesten Stunden vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und die Temperaturen zu senken.

Auch für die Schulen soll der Hitzeschutz umfassend betrachtet werden. Die Stadtverwaltung steht hierzu bereits mit den Schulleitungen und Elternvertretungen im Austausch. Dabei soll geklärt werden, welche Maßnahmen kurzfristig möglich sind und welche mittel- und langfristig umgesetzt werden können.

Einbezogen wird auch die Gestaltung der Schulhöfe. Mehr Bäume und Schatten, begrünte Flächen und geeignete Aufenthaltsbereiche sollen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche auch an heißen Tagen gern im Freien bleiben können.

Klimaanpassung bei künftigen Bauprojekten

Nach Darstellung der Stadt soll Klimaanpassung bereits bei der Planung neuer Entwicklungen mitgedacht werden. Eine Rolle spielt dabei das Prinzip der Schwammstadt. Auch bei der weiteren Planung des HUKLA-Areals soll eine klimaangepasste Gestaltung mit einer durchdachten Grüngestaltung verbunden werden.

Ziel ist es, Regenwasser möglichst vor Ort aufzunehmen, zurückzuhalten und zu nutzen beziehungsweise versickern zu lassen, statt es bei Starkregen schnell abzuleiten. Bäume, Grünflächen und unversiegelte Bereiche sollen dabei mehrere Funktionen erfüllen: Sie können Wasser aufnehmen, Feuchtigkeit in Trockenperioden erhalten und Schatten spenden.

Die entsprechenden Themen seien bereits gemeinsam mit verschiedenen Fachleuten aufgenommen worden und sollen im weiteren Planungsprozess vertieft werden.

Landwirtschaft und Wasserversorgung

Auch die Landwirtschaft wird in den Blick genommen. Gerade in den Tallagen stellt sich laut Stadt die Frage nach einer langfristig verlässlichen Wasserversorgung der landwirtschaftlichen Betriebe.

Der mögliche Anschluss der Höfe an die Frischwasserversorgung sei eine komplexe Aufgabe. Betroffen seien nicht nur einzelne Gebäude, sondern größere zusammenhängende Bereiche, bei denen teilweise auch Nachbaranwesen, weitere Beteiligte und andere Nachbarkommunen einbezogen werden müssten. Hinzu kämen technische Herausforderungen durch Höhenunterschiede sowie erhebliche finanzielle Fragen.

Eine solche Maßnahme lasse sich daher nicht kurzfristig umsetzen. Sie müsse sorgfältig geplant, technisch geprüft und gemeinsam mit den Betroffenen und weiteren Beteiligten entwickelt werden.

Mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt

Klimaanpassung soll nach dem Willen der Stadt auch dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Schatten, Bäume, Begrünung, Wasser und geeignete Aufenthaltsbereiche können demnach nicht nur an heißen Tagen wirken, sondern die Innenstadt insgesamt attraktiver machen.

Vorbereitung auf Extremwetter

Die Stadt weist darauf hin, dass Klimaresilienz mehr bedeutet als Hitzeschutz. Neben Hitze- und Trockenperioden müsse sich Gengenbach auch auf Extremwetterereignisse wie Starkregen vorbereiten. Innerhalb der Stadtverwaltung soll deshalb der Bereich Kommunales Krisenmanagement aufgebaut werden.

Damit sollen Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Vorsorgemaßnahmen entwickelt werden. Zugleich soll die Verwaltung im Ernstfall schnell, koordiniert und wirkungsvoll handeln können. Dafür brauche es klare Abläufe und Zuständigkeiten sowie funktionierende Kommunikationswege. Wichtig sei außerdem die enge Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, weiteren Behörden und anderen beteiligten Stellen.

Neue Bündelung von Klima- und Naturschutz

Um die unterschiedlichen Aufgaben besser zu koordinieren, werden innerhalb der Stadtverwaltung zusätzliche Aufgaben im Bereich „Klima- und Naturschutz“ gebündelt und weiterentwickelt. So sollen Maßnahmen zentral koordiniert und über die verschiedenen Bereiche der Verwaltung hinweg miteinander verknüpft werden.

Nach Angaben der Stadt sollen Klimaanpassung und Naturschutz stärker als gemeinsame Querschnittsaufgabe betrachtet werden.

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