Japankäfer-Fund bleibt Einzelfall im Landkreis Lörrach – Lockern bei Grünabfällen

Landkreis Lörrach: Keine Hinweise auf Japankäfer-Population, aber ein Fund als „Hitchhiker“. Grünabfallregeln ab 1.10. wieder gelockert.

Von Redaktion LK Lörrach2 Min. Lesezeit

Im Landkreis Lörrach gibt es nach Angaben des Landratsamts weiterhin keinen Hinweis auf eine Population des Japankäfers. Im laufenden Jahr sei lediglich ein Exemplar direkt an der Autobahn in einer Lockstoff-Falle entdeckt und als sogenannter „Hitchhiker“ oder „Blinder Passagier“ eingestuft worden. Funde in den angrenzenden Schweizer Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie in Freiburg wurden ebenfalls registriert.

Mit dem Ende der Flugzeit des Japankäfers im Herbst werden die Regelungen zur Verbringung von Grünabfällen gelockert. Vom 1. Oktober bis 31. Mai können Grünabfälle wieder wie gewohnt aus den Befalls- und Pufferzonen herausgebracht werden. Auf den Grünabfall-Annahmeplätzen in Weil-Haltingen, Lörrach-Salzert und Inzlingen gelten ab 1. Oktober wieder die alten Annahmezeiten und üblichen Annahmemengen.

Die eigens eingerichteten Häckselplätze in Grenzach-Wyhlen an den Standorten Degussaweg und Im Rippel schließen ab 1. Oktober und sollen im kommenden Juni erneut eröffnet werden.

Oberboden bleibt ganzjährig tabu

Unverändert verboten bleibt der Transport von Erdmaterial aus dem Oberboden bis 30 Zentimeter Tiefe aus den definierten Befalls- und Pufferzonen. Diese Regel gilt ganzjährig, weil sich dort Eier und Engerlinge des Japankäfers befinden könnten. Ausnahmegenehmigungen können unter bestimmten Voraussetzungen vom Fachbereich Landwirtschaft & Naturschutz beim Landratsamt Lörrach erteilt werden.

Eine generelle Entwarnung sei dennoch zu früh, heißt es weiter. Eier und Larven des Japankäfers könnten je nach Temperatur und Witterung bis zu zwei Jahre im Erdboden überwintern. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings gelten deshalb mindestens drei Jahre seit dem letzten Käfernachweis. Das Monitoring im Landkreis Lörrach soll im nächsten Sommer fortgesetzt werden.

Hintergrund zum Japankäfer

Der Japankäfer ist mit einer Länge von 7 bis 11 Millimetern deutlich kleiner als die heimischen Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer. Die erwachsenen Tiere fressen an Blättern, Blüten und Früchten von mehr als 300 Pflanzenarten, darunter Zier-, Obst- und Kulturpflanzen. Betroffen sind unter anderem Beeren, Obstbäume, Weinreben und Mais, aber auch Rosen sowie Bäume wie Ahorn, Buche oder Eiche.

Die Larven schädigen vor allem Wiesen und Rasenflächen durch Wurzelfraß. Für Menschen und Tiere ist der Schädling jedoch ungefährlich. Der Japankäfer gilt in der Europäischen Union und in der Schweiz als Quarantäneschädling. Seine Etablierung und Ausbreitung sollen mit allen rechtlich möglichen Mitteln verhindert werden.

Weitere Informationen stellt der Landkreis unter www.loerrach-landkreis.de/japankaefer bereit. Dort ist auch die aktuell gültige Allgemeinverfügung zur Bekämpfung des Japankäfers verlinkt.

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