Gemeinderat Waldenbuch berät über Altstadtsanierung, Solarpark Reißhalde und Glashütter Täle

Waldenbuch: Gemeinderat berät Sanierung „Erweiterter Altstadtkern“, Solarpark „Reißhalde“ und Neubau im Glashütter Täle. Lärmaktionsplan startet.

Von Waldenbuchs Redaktion5 Min. Lesezeit

Der Waldenbucher Gemeinderat hat sich in seiner öffentlichen Sitzung vom 29. September mit mehreren Vorhaben zur Stadtentwicklung befasst. Im Mittelpunkt standen weitere Schritte im Sanierungsgebiet „Erweiterter Altstadtkern“, der Bebauungsplan „Solarpark Reißhalde“ und die Neubebauung im Glashütter Täle. Der Sitzungsbericht ist im Ratsinformationssystem der Stadt unter waldenbuch-sitzungsdienst.komm.one/bi einsehbar.

Verkehr und Lärm in der Einwohnerfragestunde

Eine Einwohnerin fragte nach dem Zeitplan für die Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Sie verwies auf die aus ihrer Sicht hohe Verkehrsbelastung in der Liebenaustraße und sprach sich dort für Tempo 30 aus. Außerdem machte sie auf eine aus ihrer Sicht gefährliche Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Liebenaustraße/Goethestraße aufmerksam und berichtete von häufigen Unfällen.

Bürgermeister Chris Nathan kündigte an, dass die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung in einer der kommenden Sitzungen begonnen werden soll. Den angesprochenen Kreuzungsbereich wolle die Verwaltung prüfen.

Neuer Mitarbeiter im Bauamt

Bekanntgegeben wurde außerdem, dass das Stellenbesetzungsverfahren im Bauamt abgeschlossen ist. Johannes Schucker beginnt zum 1. Oktober als Architekt im Hochbauamt.

Altstadtsanierung: Mehrere Projekte gehen voran

Im Sanierungsgebiet „Erweiterter Altstadtkern“ stehen nach Angaben der Verwaltung weitere Maßnahmen zur Aufwertung der Altstadt an. Dazu gehören die Schlossbergstaffel, der Marktplatzbrunnen, Verbesserungen am Marktplatz sowie die Aich-Terrassen im Bereich der Fußgängerbrücke Gänswiese. Parallel verwies die Verwaltung auf laufende private Sanierungs- und Wohnbauprojekte, darunter die Sanierung der Häuserzeile in der Vorderen Seestraße und weiterer historischer Gebäude.

Schlossbergstaffel

Die Schlossbergstaffel soll verbreitert und besser beleuchtet werden. Am unteren Zugang sind Sitzmöglichkeiten und Bäume vorgesehen. Auch für die historische Stadtbeleuchtung ist ein neues, abgestimmtes Konzept geplant. Der Gemeinderat stimmte der Sanierung mehrheitlich zu. Die Aufwendungen werden voraussichtlich auf 200.000 Euro brutto beziffert. Der Vergabebeschluss soll im Frühjahr 2027 vorbereitet werden.

Marktplatzbrunnen und Natursteinmauer

Beim Marktplatzbrunnen sollen zunächst der konkrete Sanierungsbedarf und mögliche Maßnahmen untersucht werden. Zugleich stimmte der Gemeinderat der Sanierung der Natursteinmauer vor dem Gebäude Marktplatz 3 zu. Die Aufwendungen werden auf voraussichtlich 70.000 Euro brutto geschätzt. Die Verwaltung wurde beauftragt, Fördermittel des Denkmalschutzes zu beantragen.

Marktplatz

Für den Marktplatz billigte das Gremium bauliche Verbesserungen in eingeschränktem Umfang. Ziel ist es, den Platz offener und übersichtlicher zu gestalten. Die Kosten werden auf rund 40.000 Euro brutto geschätzt. Auf die Beantragung von Sanierungsfördermitteln wird dafür verzichtet.

Aich-Terrassen

An der Aich soll im Bereich der Fußgängerbrücke Gänswiese ein neuer Aufenthaltsbereich mit Sitzstufen entstehen. Dabei sind die Anforderungen des Hochwasser- und Naturschutzes zu berücksichtigen. Der Gemeinderat stimmte der Gestaltung zu und beauftragte die Verwaltung, die Projektplanung zu erarbeiten, sie mit den Fachbehörden abzustimmen und die notwendigen Mittel zu ermitteln. Zur Finanzierung sollen die im Haushaltsplan eingeplanten Mittel für die Sanierung der Hinteren Seestraße in Höhe von 100.000 Euro verwendet werden.

Fördermittel und Laufzeit des Sanierungsgebiets

Der Gemeinderat nahm außerdem den Sachstandsbericht 2026 zum Sanierungsgebiet „Erweiterter Altstadtkern“ zur Kenntnis. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Erhöhungsantrag für Fördermittel zu stellen. In der Vorlage heißt es zudem, dass die Laufzeit des Sanierungsgebiets verlängert werden soll.

„Solarpark Reißhalde“: Entwurf gebilligt, nächste Beteiligung beschlossen

Mit dem Bebauungsplan „Solarpark Reißhalde“ sollen auf einer rund 6,5 Hektar großen Fläche die Voraussetzungen für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage geschaffen werden. Der Aufstellungsbeschluss war bereits 2023 gefasst worden. Nach der frühzeitigen Beteiligung wurde der Entwurf nun fortgeschrieben.

Nach Angaben der Verwaltung gingen 20 Stellungnahmen von Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange ein. Aus der Öffentlichkeit sowie von Vereinen und Verbänden gab es keine Stellungnahmen. Die Planung sieht vor, dass die Anlage nach Aufgabe der Nutzung vollständig zurückgebaut wird. Fachgutachten unter anderem zu Artenschutz und Boden hätten keine grundsätzlichen Hindernisse für die Planung ergeben. Parallel wird auch der Flächennutzungsplan geändert.

Zum Schutz der Feldlerche sind als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme zwei Blühbrachen mit jeweils 1.000 Quadratmetern vorgesehen. Die Entwicklung der Flächen soll durch ein mehrjähriges Monitoring begleitet werden. Die planexternen CEF-Maßnahmen für zwei Feldlerchen-Reviere sollen auf den Flurstücken Nr. 1408 und Nr. 3520 umgesetzt werden.

Der Gemeinderat fasste die dazu nötigen Beschlüsse einstimmig. Er stimmte den Bewertungsvorschlägen zur Zwischenabwägung der im Zuge der frühzeitigen Unterrichtung nach § 3 Abs. 1 und § 4 Abs. 1 Baugesetzbuch eingegangenen Stellungnahmen zu. Gebilligt wurde zudem der Entwurf des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften „Solarpark Reißhalde“ vom 29. September 2026 mit zeichnerischem Teil, Textteil und Begründung einschließlich Umweltbericht und Anlagen. Außerdem beschloss das Gremium die Veröffentlichung im Internet nach § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch sowie die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 Baugesetzbuch. Grundlage ist der Entwurf vom 29. September 2026 mit Umweltbericht vom 24. August 2026 und den Sitzungsanlagen 2 und 3. Ebenfalls gebilligt wurde der Vorschlag der Verwaltung, welche bereits vorliegenden wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen im Internet veröffentlicht werden sollen.

Glashütter Täle: Überarbeitete Planung für Wohnbebauung

Auch die Neubebauung im Glashütter Täle war Thema der Sitzung. Die Planung für das Flurstück 4018/2 wurde überarbeitet: Statt der ursprünglich vorgesehenen zwei Mehrfamilienhäuser soll nun ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage entstehen.

Die Stadtverwaltung unterstützt neuen Wohnraum an diesem Standort grundsätzlich, verbindet dies aber mit städtebaulichen Vorgaben. So soll sich die Bebauung in Kubatur und Höhe am Nachbargebäude Glashütter Täle 27 orientieren. Der zuletzt vorgelegte Entwurf überschreitet nach Angaben der Verwaltung jedoch das vorgeschlagene Baufenster und soll deshalb entsprechend den städtebaulichen Vorgaben weiterentwickelt werden.

Zusätzlich sind unter anderem eine neue artenschutzrechtliche Untersuchung und weitere fachliche Prüfungen erforderlich. Für die weitere Entwicklung ist die Aufstellung eines Angebotsbebauungsplans „Glashütter Täle, 2. Änderung“ vorgesehen.

Hochwasserschutz: Brunnenstraße soll saniert werden

Der Gemeinderat befasste sich außerdem mit dem Hochwasser- und Starkregenschutz. Seit 2019 verfügt Waldenbuch über ein Starkregenrisikomanagement; seit 2023 ermöglicht ein digitales Pegelmonitoring die Überwachung mehrerer Gewässer. Aus dem bestehenden Hochwasserschutzbudget stehen laut Sitzungsbericht noch rund 61.000 Euro für weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Das Gremium nahm den Sachstand zur Kenntnis und beschloss einstimmig, die Brunnenstraße einschließlich Hochwasserschutzmaßnahmen zu sanieren. Die Kosten werden auf etwa 125.000 Euro brutto geschätzt: 25.000 Euro für den Hochwasserschutz sollen aus dem vorhandenen Budget kommen, 100.000 Euro für den Straßenbau im Nachtragshaushalt 2027 eingestellt werden.

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