Technischer Ausschuss Schwetzingen: Parkleitsystem, Kanaluntersuchungen und Spielplatzzustand

Technischer Ausschuss Schwetzingen: 100.000 Euro für neues Parkleitsystem, Nachtrag fürs Kanalnetz Hirschacker und Beratung zu „Südlich Hirschacker II“.

Von Redaktion Schwetzingen6 Min. Lesezeit

Der Technische Ausschuss der Stadt Schwetzingen hat sich in seiner Sitzung am 23. September 2026 mit mehreren Bau-, Verkehrs- und Infrastrukturthemen befasst. Unter anderem ging es um die Neuaufstellung des Parkleitsystems, zusätzliche Arbeiten bei der Kanalinspektion im Hirschacker, den Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“, die geplante Entwicklung am Ensemble Pförtnerhäuschen sowie um den Zustand und die künftige Entwicklung der Kinderspielplätze.

Parkleitsystem soll technisch erneuert werden

Das Parkleitsystem der Stadt soll grundlegend neu konzipiert und technisch ertüchtigt werden. Dafür stimmte der Technische Ausschuss einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 100.000 Euro zu.

Das bisherige System stammt aus dem Jahr 2004. Wegen veralteter technischer Komponenten, nicht mehr verfügbarer Ersatzteile und einer nicht mehr zeitgemäßen Software sei eine wirtschaftliche Instandsetzung der bisherigen dynamischen Anzeigetafeln nicht mehr möglich. Die Anlagen wurden inzwischen vollständig zurückgebaut.

Künftig setzt die Stadt auf eine Kombination aus statischer Wegweisung und gezielt eingesetzten dynamischen Restplatzanzeigen. An den Parkhäusern Wildemannstraße, Schlossgarage und Zentrum Schloss wurden bereits Anzeigetafeln installiert, die über die aktuell verfügbaren Stellplätze informieren. Zusätzlich sollen an den vier Ortseingängen großflächige dynamische Anzeigetafeln aufgestellt werden. Sie zeigen die verfügbaren Stellplätze der angebundenen Parkierungseinrichtungen einschließlich des Alten Messplatzes an. Innerhalb des Stadtgebiets soll eine einheitlich gestaltete statische Wegweisung die Verkehrsteilnehmer zu den Parkmöglichkeiten führen.

Mit der Neukonzeption will die Stadt den Parksuchverkehr verringern, die vorhandenen Stellplätze besser auslasten und die Verkehrslenkung insbesondere bei Veranstaltungen und erhöhtem Besucheraufkommen verbessern. Zudem sollen technischer Unterhalt und künftiger Instandsetzungsaufwand gegenüber einer flächendeckenden dynamischen Beschilderung reduziert werden.

Die Gesamtkosten für die Neukonzeption und Ertüchtigung werden derzeit auf rund 200.000 Euro geschätzt. Davon entfallen voraussichtlich rund 120.000 Euro auf Beschaffung und Installation der neuen technischen Anlagen einschließlich der erforderlichen Stromanschlüsse. Hinzu kommen Kosten für den Rückbau der bisherigen Anlagen sowie die neue statische Wegweisung. Im städtischen Haushalt 2026 waren dafür bislang 100.000 Euro veranschlagt.

Zusätzliche Untersuchungen im Kanalnetz Hirschacker

Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenkontrolle des öffentlichen Kanalnetzes wird 2026 der zweite Untersuchungsabschnitt im Hirschacker durchgeführt.

Bei der laufenden Kamerabefahrung hat sich gezeigt, dass im Hirschacker deutlich mehr Anschlussleitungen vorhanden sind als zunächst auf Grundlage der Bestandsunterlagen bei der Ausschreibung ermittelt werden konnte. Deshalb müssen rund 600 Anschlussleitungen zusätzlich untersucht und dokumentiert werden.

Für diese zusätzlichen Untersuchungsleistungen bewilligte der Technische Ausschuss einen Nachtrag in Höhe von 85.293,25 Euro. Die Arbeiten sind erforderlich, um eine vollständige Zustandserfassung des Kanalnetzes sicherzustellen. Sie sollen wegen des unmittelbaren Zusammenhangs mit der laufenden Untersuchung durch das bereits beauftragte Unternehmen Canal-Control+Clean Umweltservice GmbH & Co. KG ausgeführt werden.

Der ursprüngliche Auftrag für den Untersuchungsabschnitt Hirschacker belief sich auf 244.729,39 Euro. Durch den Nachtrag erhöht sich dieser um rund 34,9 Prozent. Unter Berücksichtigung eines bereits beauftragten Nachtrags für den Untersuchungsabschnitt Schälzig steigt die Gesamtauftragssumme von ursprünglich 518.143,31 Euro auf 695.185,56 Euro.

Die Mehrmengen waren bei der Ausschreibung aufgrund unvollständiger Bestandsdaten nicht vollständig absehbar. Nach Einschätzung der Verwaltung würde ein Wechsel des Auftragnehmers zusätzlichen Koordinationsaufwand und mögliche Verzögerungen verursachen.

Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“ vor Satzungsbeschluss

Der Technische Ausschuss befasste sich mit den eingegangenen Stellungnahmen und dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“ sowie die zugehörigen örtlichen Bauvorschriften.

Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung vom 20. April bis 22. Mai 2026 gingen keine Stellungnahmen aus der Bürgerschaft ein. Von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Nachbargemeinden wurden insgesamt 21 Stellungnahmen abgegeben, davon sieben mit Anregungen oder Hinweisen. Diese wurden geprüft und, soweit erforderlich, in die Planung eingearbeitet.

Unter anderem werden die Schwetzinger Sortimentsliste für den Einzelhandel sowie die Anbauverbots- und Anbaubeschränkungszone entlang der Friedrichsfelder Landstraße in den Bebauungsplan aufgenommen. Zudem werden Hinweise zu nachfolgenden Genehmigungsverfahren ergänzt. Nach Einschätzung der Verwaltung haben die Anpassungen klarstellenden Charakter und verändern die Planung nicht grundlegend.

Auch die verkehrlichen Auswirkungen wurden betrachtet. Wegen der vergleichsweise geringen Größe des geplanten Gewerbegebiets und der bestehenden Grundstücksanbindung wird nicht mit besonders verkehrsintensiven Nutzungen gerechnet. Die Verkehrssituation soll weiterhin im Rahmen der regelmäßigen Verkehrsschauen beobachtet werden.

Der Bebauungsplan „Südlich Hirschacker II“ und die dazugehörigen örtlichen Bauvorschriften müssen durch den Gemeinderat am 30. September als Satzung beschlossen werden.

Pförtnerhäuschen soll für neue Nutzung revitalisiert werden

Auch das historische Ensemble rund um das ehemalige Pförtnerhäuschen des Bundesbahnausbesserungswerks Süd war Thema im Technischen Ausschuss. Das Areal soll revitalisiert und einer neuen gewerblichen Nutzung zugeführt werden.

Die ehemals zwei Pförtnerhäuschen dienten als Eingang zum Werksgelände des Bundesbahnausbesserungswerks Süd mit Wagenrichthalle. Heute ist das westliche Gebäude des historischen Ensembles erhalten, aber stark sanierungsbedürftig, während das östliche Pförtnerhäuschen bereits abgerissen wurde.

Der Technische Ausschuss hat den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 99 „Ensemble Pförtnerhäuschen“ in der Fassung vom 23. September 2026 vorberaten. Im Mittelpunkt steht das denkmalgeschützte, stark sanierungsbedürftige Pförtnerhäuschen. Es soll umfassend instandgesetzt und künftig als Vinothek mit Weinhandel und Gastronomieanteil genutzt werden. Dem historischen Gebäude soll ein moderner Spiegelbau gegenübergestellt werden, der die Formensprache des Bestands aufgreift und als Bürogebäude und Firmensitz dienen soll.

Bei der Planung steht die Bewahrung der historischen Bausubstanz im Vordergrund. Fassaden, Dachkonstruktion und das charakteristische Uhrentürmchen sollen erhalten und saniert werden. Auch die Außenanlagen sollen aufgewertet werden. Vorgesehen sind großzügige Grünflächen sowie teilweise Sandsteinmauern, die neben der Gestaltung auch Lebensräume für Eidechsen schaffen. Der bereits neu angelegte, beleuchtete und von Bäumen gesäumte Fahrradweg ergänzt die Entwicklung des öffentlichen Raums.

Der geplante Neubau soll aus Infraleichtbeton errichtet werden und als zeitgemäße Interpretation des historischen Pförtnerhauses einen bewussten architektonischen Kontrast bilden. Das rund 3.600 Quadratmeter große Plangebiet bleibt als Gewerbegebiet ausgewiesen.

Der Gemeinderat muss in seiner Sitzung am 30. September den Entwurf beschließen. Danach beginnt mit der Offenlage die nächste Phase des Bebauungsplanverfahrens. Die Planunterlagen werden gemäß § 3 Abs. 2 BauGB im Internet veröffentlicht und zusätzlich öffentlich ausgelegt. Gleichzeitig werden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit wird zuvor ortsüblich bekanntgemacht.

Stadt informiert über Zustand und Ausbau der Spielplätze

Die Stadt Schwetzingen verfügt über insgesamt 31 Spiel-, Fitness- und Bolzplätze sowie weitere Freizeit- und Sportangebote. Der Technische Ausschuss wurde über den aktuellen Zustand, die laufende Unterhaltung und die geplanten Investitionen in die Anlagen informiert.

Die Spielplätze werden regelmäßig durch geschulte Mitarbeiter des Bauhofs kontrolliert und jährlich zusätzlich durch externe Sicherheitsingenieure überprüft. Die Mitarbeiter der Stadtreinigung nehmen die Anlagen zudem nahezu täglich in Augenschein und sorgen für Sauberkeit und Pflege.

In den vergangenen sechs Jahren wurden rund 80 Prozent der Anlagen verbessert, modernisiert oder generalsaniert. Von den fünf im Jahr 2019 als besonders dringlich eingestuften Spielplätzen wurden inzwischen drei saniert: die Anlagen an der Silcherstraße und an der Ketscher Landstraße sowie die Calisthenics-Anlage in der Markgrafenstraße.

Die Generalsanierung der Spielplätze im Ostpreußenring und im Arionweg ist für 2027 vorgesehen. Auch in den kommenden Jahren soll der Schwerpunkt auf der Qualität der bestehenden Anlagen liegen. Geplant sind unter anderem eine Generalsanierung des Spielplatzes an der Grenzhöfer Straße im Jahr 2028 sowie der Ausbau des Spielplatzes am Sudetenring zu einem barrierefreien Spiel- und Bewegungsangebot.

Für die kommenden Jahre ist außerdem ein verstärkter Hitzeschutz durch zusätzliche Bäume und Sonnensegel vorgesehen. Darüber hinaus sollen ab 2027 mit Unterstützung durch Sponsoring Spielkisten auf Spielplätzen mit Sandspielflächen eingeführt werden. Ab 2028 ist eine Überarbeitung der digitalen Informationen zu den Spielplätzen und kindgerechten Angeboten in Schwetzingen vorgesehen.

Bei der Planung und Modernisierung orientiert sich die Stadt an den Anforderungen der DIN 18034. Dabei werden unter anderem Barrierefreiheit, Bewegungsförderung, Naturerfahrung, Rückzugsmöglichkeiten, Kreativität und das soziale Miteinander berücksichtigt. Ziel ist es, die bestehenden Spiel- und Aufenthaltsorte dauerhaft sicher, attraktiv und vielfältig zu gestalten.

Soweit nicht anders beschrieben, erfolgten die Beschlüsse einstimmig. Die komplette Sitzung sowie die Vorlagen sind im Internet unter http://ratsinfo.schwetzingen.de nachzulesen.

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