Bereitschaftspraxis in Mutlangen ab Februar 2027 an drei Tagen geschlossen

Die Bereitschaftspraxis in Mutlangen schränkt ab dem 1. Februar 2027 ihre Öffnungszeiten ein. Der Ostalbkreis warnt vor Folgen für die Versorgung und Notaufnahme.

Von Redaktion LK Ostalbkreis2 Min. Lesezeit

Die Bereitschaftspraxis am Stauferklinikum in Mutlangen öffnet ab dem 1. Februar 2027 an weniger Tagen und kürzer. Montags, dienstags und donnerstags bleibt sie vollständig geschlossen. Mittwochs und freitags ist sie künftig jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet. An Wochenenden und Feiertagen gelten weiterhin Öffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hatte die Änderung bereits im Juni angekündigt. Wann sie umgesetzt wird, war zunächst offen. Nun teilte die KVBW dem Ostalbkreis und den Kliniken Ostalb mit, dass sie die Kürzungen im Rahmen ihrer landesweiten Strukturreform einführt. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der gemeinsamen Pressemitteilung landesweit bereits 18 Bereitschaftspraxen geschlossen, darunter der Standort Ellwangen.

Die Bereitschaftspraxis versorgt akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten von Arztpraxen. Nach Einschätzung des Ostalbkreises und der Kliniken Ostalb dürfte die verkürzte Öffnung die regionale Versorgung weiter verschärfen, vor allem angesichts der bereits angespannten hausärztlichen Versorgung.

Seit 2023 haben Bereitschaftspraxis und Notaufnahme am Stauferklinikum einen gemeinsamen Eingang und Tresen sowie eine gemeinsame Ersteinschätzung. So sollen Patientinnen und Patienten der jeweils passenden Versorgung zugeordnet werden. Nach Einschätzung der Kliniken könnten Menschen mit ambulant behandelbaren Beschwerden an den Schließtagen und in den späten Abendstunden künftig häufiger direkt die Notaufnahme aufsuchen. Das könne dort Personal und Räume binden, die für Notfälle benötigt werden. Für die Kliniken Ostalb seien außerdem erhebliche Mehrkosten zu erwarten, für die keine kostendeckende Vergütung bestehe.

An den bisherigen Öffnungstagen Montag, Dienstag und Donnerstag soll die KVBW drei Monate lang das telemedizinische Angebot „docdirekt in der Notaufnahme“ erproben. Es richtet sich an Patientinnen und Patienten mit geringer Versorgungsdringlichkeit und kann während der Wartezeit in der Notaufnahme genutzt werden. Der Ostalbkreis und die Kliniken Ostalb sehen darin grundsätzlich einen möglichen Beitrag zur Entlastung. Die dreimonatige Laufzeit halten sie jedoch für zu kurz: Das Angebot brauche mindestens ein Jahr, um sich etablieren und seine Wirkung verlässlich bewerten zu lassen.

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