„Musea im Flecka“ stellt vier Museen im Landkreis Ludwigsburg vor
Vier Museen im Landkreis Ludwigsburg stehen im Mittelpunkt der Reihe „Musea im Flecka“. Die Häuser beleuchten nach Angaben des Landratsamts ganz unterschiedliche Aspekte von Vergangenheit: Stadtgeschichte, sudetendeutsches Kulturerbe, Flucht und Vertreibung sowie den Alltag früherer Generationen. Zu allen vier Museen liegen inzwischen Reiseberichte online vor.
Geschichte und Mitmachangebote im Stadtmuseum Hornmoldhaus
Das Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen führt laut Mitteilung durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte. Historische Räume treffen dort auf digitale Stationen, VR-Angebote und einen Escape Room. Gerade für Familien und Kinder soll Geschichte so anschaulich werden.
Museumsleiterin Dr. Catharina Raible nennt als persönlichen Lieblingsort „Aktuell ist mein persönlicher Schatz der Kaufmannsladen in den neu gestalteten Räumlichkeiten im Sommerhaus.“ Die Verbindung aus klassischen Ausstellungsstücken und neuen Vermittlungsformen beschreibt sie so: „Wir haben sehr viele Mitmachstationen und auch total moderne Angebote, wie den Escape Room oder die VR-Brillen.“
Flucht, Vertreibung und Erinnerung in Bönnigheim
Die Sudetendeutsche Heimatstube in Bönnigheim widmet sich einem Kapitel deutscher Geschichte, das bis heute nachwirkt. Gezeigt werden Fotografien, Trachten, Karten und persönliche Dokumente. Sie spannen den Bogen von mehr als 800 Jahren deutscher Geschichte in Böhmen, Mähren und Schlesien bis zu Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Besonders geprägt werde der Besuch durch die Erinnerungen von Horst Hippmann, Vorsitzender der Landsmannschaft und Zeitzeuge. Damit rückt die Ausstellung die Verbindung zwischen historischen Entwicklungen und persönlichen Lebensgeschichten in den Mittelpunkt.
Zuckmantler Heimatstube erinnert an frühere Lebenswelten
Auch in Bietigheim-Bissingen befindet sich mit der Zuckmantler Heimatstube ein Ort der Erinnerung. Sie bewahrt die Geschichte der ehemaligen sudetendeutschen Stadt Zuckmantel, heute Zlaté Hory in Tschechien. Alltagsgegenstände, Trachten, Fotografien und Schriftstücke geben Einblicke in das frühere Leben und die Kultur der Region.
Ein besonderes Exponat ist für Dr. Catharina Raible ein altes Fahrrad aus Zuckmantel: „Es ist ein wichtiges Zeugnis der dortigen Geschichte.“ Zugleich zeige die Heimatstube für sie, „wie wichtig Völkerverständigung ist und wie viele Gemeinsamkeiten wir haben“.
Alltag zwischen 1880 und 1960 in Neckarrems
Die Remser Heimatstube in Remseck-Neckarrems richtet den Blick auf das Alltagsleben auf dem Land. Wohnräume, Küchen, Handwerksgeräte und persönliche Erinnerungsstücke vermitteln nach Angaben des Landratsamts einen Eindruck vom Leben zwischen 1880 und 1960.
Museumsführungen werden demnach durch persönliche Geschichten und Anekdoten aus Neckarrems ergänzt. Für Gerlinde Edinger und Günther Glock liegt der größte Schatz des Museums darin, „dass hier die kleinbürgerlichen oder kleinbäuerlichen Lebensverhältnisse dargestellt werden“. Ziel sei es, „die Erinnerung an die Geschichte von Neckarrems bewahren und pflegen“ zu können.
Reiseberichte zu „Musea im Flecka“ online abrufbar
Mitarbeitende des Landratsamts Ludwigsburg aus dem Fachbereich Tourismus haben die vier Museen besucht und ihre Eindrücke in Reiseberichten festgehalten. Darin geht es um Begegnungen mit Ehrenamtlichen, besondere Exponate und Eindrücke vor Ort.
Weitere Informationen und alle Reiseberichte sind unter www.landkreis-ludwigsburg.de/landratsamt-landkreis/tourismus-freizeit/den-landkreis-erkunden/museen/ abrufbar.
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