Kreishaushalt 2027: Defizit von 34,7 Millionen Euro und neue Konsolidierungsmaßnahmen

Landrat Markus Möller stellte am 9. Oktober 2026 den Kreishaushalt 2027 vor: 488 Mio. € Gesamtausgaben, 29 Mio. € Anstieg, stark steigende Jugend‑ und Sozial‑Transferkosten.

Von Redaktion LK Göppingen1 Min. Lesezeit
Metallteile auf einer Werkbank in einer fiktiven Industriehalle.

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Landrat Markus Möller hat am 9. Oktober 2026 den Entwurf des Kreishaushalts für das Jahr 2027 vorgestellt. Der Ergebnishaushalt sieht ordentliche Aufwendungen von rund 488 Millionen Euro vor, was einem Anstieg von etwa 29 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Finanzielle Lage und Konsolidierungsmaßnahmen

Fast die Hälfte des Anstiegs resultiert aus höheren Transferaufwendungen im Bereich Jugend und Soziales (13,9 Millionen Euro). Weitere Belastungen entstehen durch ein erhöhtes Klinikdefizit (über 6 Millionen Euro) sowie durch gestiegene Kosten im ÖPNV und bei der Schülerbeförderung (über 3 Millionen Euro). Der aktuelle Haushaltsentwurf ist bereits Ergebnis intensiver Konsolidierungen, die im Vorjahr zu Einsparungen von etwa 14,4 Millionen Euro führten und den Kreisumlagehebesatz bei konstant 36,0 Prozent gehalten haben.

Erwartete Ergebnislücke und Gegenmaßnahmen

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat eine drastisch verschlechterte finanzielle Situation festgestellt. Nach aktueller Prognose soll die Ergebnisrücklage bis zum 31. Dezember 2026 vollständig aufgebraucht sein. Der Haushalt 2027 sieht daher weitere Kürzungen im Umfang von 2,5 Prozent vor. Durch zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen von etwa 11,3 Millionen Euro und einer Erhöhung des Kreisumlagehebesatzes um 2 Prozentpunkte konnte die erwartete Defizitlücke von 46 Millionen Euro auf ca. 34,7 Millionen Euro reduziert werden.

Langfristige Verschuldungssituation

Der Landkreis Göppingen ist mit 1.136 Euro pro Kopf stark verschuldet – deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 249 Euro pro Kopf. Der Bestand an Investitionskrediten soll von rund 29 Millionen Euro im Jahr 2021 auf etwa 274 Millionen Euro im kommenden Jahr ansteigen und bis 2030 sogar 285 Millionen Euro erreichen. Die Kassenkredite betragen bereits 84 Millionen Euro.

Ausblick

Landrat Möller betont, dass trotz der angespannten Finanzlage keine Liquidität mehr für einen Verlustvortrag vorhanden ist. Die Optionen für die Finanzierung des Haushalts bleiben begrenzt: weitere Ausgabenkürzungen, Anpassungen der Kreisumlage oder die Aufnahme zusätzlicher Schulden. Eine positive finanzwirtschaftliche Entwicklung könne derzeit nicht seriös erwartet werden.

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