Waldsees historische Verbindung zu den Habsburgern: Abendvortrag in der Bauernschule

Stadtarchivar Michael Tassilo Wild erklärte in Bad Waldsee die Habsburger-Verbindung und Privilegien der Stadt, gestützt auf Quellen und Urkunden.

Von Bad Waldsees Redaktion1 Min. Lesezeit
Michael Tassilo Wild beim Vortrag in der Bauernschule

Foto: Stadtarchiv, Aaron Leipziger

Foto: Stadtarchiv, Aaron Leipziger

Bei einem öffentlichen Abendvortrag in der Bauernschule Bad Waldsee hat Stadtarchivar Michael Tassilo Wild die historische Verbindung der Stadt zu den Habsburgern beleuchtet. Unter dem Titel „So nah und doch so fern: Waldsee und der Kaiser, Privilegien einer oberschwäbischen Landstadt im Spiegel der Quellen“ sprach er im Rahmen der Tagung „Habsburg vor Arl und Fern“, die vom 23. bis 25. September in Bad Waldsee stattfand.

Wild zeigte, dass Waldsee zum weit verstreuten Besitz der Habsburger in Vorderösterreich gehörte. Daraus ergab sich eine besondere Lage: Die habsburgischen Herrscher waren räumlich weit entfernt, politisch und rechtlich bestand zur Stadt jedoch eine enge Verbindung.

Privilegien stärkten die Handlungsmöglichkeiten der Stadt

Eine zentrale Rolle spielten die zahlreichen Privilegien, die Waldsee im Lauf der Zeit erhalten hatte. Einige Rechte, die ein Stadtherr üblicherweise selbst ausgeübt hätte, lagen beim Rat der Stadt und beim Bürgermeister. Auf dieser Grundlage konnte Waldsee viele Entscheidungen vor Ort treffen und seine Interessen innerhalb der habsburgischen Herrschaft vertreten.

Auch während der Verpfändungen Waldsees waren diese Rechte von Bedeutung. Anhand historischer Quellen zeigte Wild, dass die Stadt bereits bestehende Privilegien nutzen und ihre Stellung gegenüber den jeweiligen Herrschaftsträgern stärken konnte. Viele dieser Entwicklungen lassen sich heute in den Beständen des Stadtarchivs nachvollziehen.

Urkunde von 1681 als wichtiges Zeugnis

Als besonderes Zeugnis nannte der Vortrag eine Kaiserurkunde Leopolds aus dem Jahr 1681, die im Zusammenhang mit der Ablösung einer Pfandschaft steht. Sie verdeutlicht nach Darstellung des Stadtarchivars, wie viel sich aus den erhaltenen Urkunden über die politische Stellung Waldsees erfahren lässt.

Trotz der großen Entfernung zu den habsburgischen Herrschaftszentren blieb die Stadt eng mit ihnen verbunden und entwickelte zugleich eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Dieses Verhältnis von Nähe und Distanz prägte die Geschichte Waldsees über lange Zeit.

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